Wissenswertes über Haare und die Laser-Epilation …

1. Was ist vor der Laserbehandlung zu beachten?
Da der Laserstrahl auf die Farbpigmente der Haare wirkt, nehmen die Erfolgsaussichten zu je dunkler die Haare im Verhältnis zur Haut sind. Sprich optimal behandelbar ist ein dunkles Haar bei gleichzeitig heller Haut. Graue, weiße oder blonde Haare können meist nicht erfolgreich behandelt werden. Dies bedeutet, dass man die entsprechenden Körperstellen vor der Behandlung vor der Sonne schützen muss und auch Solariumbesuche strikt unterlassen werden sollten. Ein Verzicht auf Bräunung in den zwei Monaten vor der Behandlung wird deswegen dringend empfohlen (Sonnenkarenz). Frisch gebräunte Patienten werden nur auf eigenes Risiko behandelt. Der Laserstrahl wirkt nur, wenn sich die Haarwurzel noch in der Haut befindet. Deswegen dürfen die Haare der zu behandelnden Areale einen Monat vor der Behandlung nicht mehr epiliert oder ausgezupft, sondern nur noch rasiert werden. Ebenso wenig dürfen die Haare gebleicht werden. Zwischen 24 und 48 Stunden vor Behandlung sollte das zu behandelnde Areal letztmals rasiert werden um so Reizungen durch die Behandlung zu vermindern.

2. Welche Hautareale können behandelt werden?
Grundsätzlich sind bei optimaler Schonung der Oberhaut alle Körperareale bei Mann und Frau behandelbar. Gesicht- und Halsbereich, Achselbereich, Bikinibereich, Brust-, Rücken- und Bauchbereich und Extremitäten werden jedoch bei übermäßiger bzw. einwachsender Behaarung bevorzugt.

3. Wie läuft die Behandlung ab?
Die Dauer einer einzelne Sitzung variiert je nach Größe des zu behandelnden Hautareals von 15 Minuten bis zu mehreren Stunden. Die Epilation wird durch unsere medizinisch geschulten Behandler/innen durchgeführt. Alle Behandler/innen sind umfangreich geschult und haben das Zertifikat eines „Laserschutzbeauftragten“ erworben. Für die Behandlung wird keine Lokalanästhesie benötigt und eine Vorkühlung oder die Auflage von Gels oder Folien entfällt. Lediglich nach der Behandlung ist eine Kühlung und eventuell das Auftragen einer entzündungshemmenden Crème zur Vorbeugung von Reizungen notwendig. Während der Behandlung werden Schutzbrillen getragen, die nur auf ausdrückliche Aufforderung hin abgenommen werden dürfen. Nach der Behandlung sollte, solange die geringsten Hautrötungen bestehen – mindestens aber eine Woche lang – die behandelte Fläche nicht der Sonne ausgesetzt werden bzw. ins Solarium gegangen werden. Alle körperlichen Aktivitäten wie z.B. Sport oder Arbeiten unterliegen keinen Einschränkungen. Sollte es im Behandlungsareal schon einmal zu Fieberbläschen (Herpes) gekommen sein, ist unbedingt der Behandler vorher darüber zu informieren: Präventiv sollten ein Tag vor und bis zu vier Tagen nach der Laser-Behandlung Medikamente zur Vorbeugung eines Herpes-Ausbruchs eingenommen werden.

4. Ist die Behandlung schmerzhaft?
Dank der Hautkühlung durch einen spezielle Kühlspitze am Laser, empfinden die Patienten im allgemeinen die Behandlung als schmerzarm. Deswegen wird grundsätzlich ohne Lokalanästhesie behandelt. Es entsteht meistenteils ein leichtes Wärmegefühl mitunter wird auch ein minimales lokales Stechen beschrieben. Lediglich im Bereiche von sehr schmerzsensiblen Zonen kann 1–2 Stunden vor der Laserbehandlung ein Lokalanästhetikum in Form einer Crème (EMLA) notwendig sein. Sollten Schmerzen auftreten, werden von dem Behandler unverzüglich die Behandlungsparameter neu definiert.

5. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Unmittelbar nach der Lasertherapie erscheint die behandelte Fläche etwas geschwollen und gerötet. Diese Rötung bzw. Schwellung ist schmerzfrei und bildet sich üblicherweise innerhalb 24 bis 48 Stunden zurück. Seltener kommt es bei sehr empfindlicher Haut zu kleinen Blasen- und damit Krustenbildungen. Diese Krusten dürfen nicht entfernt werden und heilen innerhalb 1 bis 2 Wochen ab. Bis zur Abheilung sollte nicht gebadet werden. Pigmentverschiebungen für zwei bis vier Monate und leichte Hauttexturveränderungen sind ebenfalls gelegentlich zu beobachten. Die Behandlungspreise sind abhängig von der zu behandelnden Fläche und werden in einem persönlichen Gespräch vereinbart.

6. Wieviele Behandlungen sind nötig?
Das Wachstum der Haupt- und Körperhaare findet in drei Phasen statt. Wachstums- (Anagen-), Übergangs- (Catagen-) und Endphase (Telogen). Der Laserpuls kann nur diejenigen Haarwurzeln zerstören, die sich in der Wachstumsphase befinden. In jeder Körperregion befindet sich eine unterschiedliche Prozentzahl an Haaren in der Wachtumsphase und auch die Länge der Ruhephase variiert von Ort zu Ort. Deswegen wird mit einer Behandlung zwar die Haardichte abnehmen, für eine eigentliche Haarentfernung sind aber in der Regel vier bis acht Sitzungen (selten mehr) mit ca. dreimonatigem Abstand nötig.

7. Welche Ergebnisse sind durch die Laserepilation zu erwarten?
Permanente Haarreduktion ist definiert als die stabile Langzeitreduktion des Haarnachwachstums während einer Zeit länger, als ein vollständiger Wachstumszyklus der Haarfollikel. Dieser kann je nach Region von vier biss zwölf Monaten variieren. Andere Studien zeigen, daß mit jeder weiteren Behandlung der Anteil verbleibender Haare weiter abnimmt. Es ist aber aufgrund der bisherigen Untersuchungen bekannt, dass drei bis fünf Prozent der Patienten nur unzufriedenstellend auf die Laserbehandlung ansprechen, insbesondere Patienten mit dunklem Teint und hellen Haaren. Eine Garantie zur vollständigen Haarentfernung kann deshalb seriöserweise nie gegeben werden. Studienbelegte Resultate: Nach zwei Behandlungen mit der Energie von 40 J/cm² beträgt die permanente Haarreduktion bis zu 46% (abhängig von Farbe und Dicke des Haares). Die nachwachsenden Haare sind in ihrer Farbe und ihrem Durchmesser verändert. Die Farbe der Haare wird heller, was die Haare weniger sichtbar macht. Der Haarschaftdurchmesser nimmt um ca. 20% ab.

8. Kosten und Kostenübernahme?
Die Krankenkassen beteiligen sich nur in seltenen Ausnahmefällen an den Behandlungskosten, z.B. beim Vorliegen von Hirsutismus bei bewiesener Hyperandrogeämie, bei kongenitale umschriebener Hypertrichosen und behaarten Hauttransplantaten. Zusätzlich ist auch der Nachweis einer reaktiven Depression als Folge des übermässigen Haarwuchses zu erbringen. Dies macht die Kostenerstattung zu einer sehr seltenen Ausnahmeerscheinung. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, wird Sie Ihr Behandler gerne weitergehend informieren. Die Kosten sind abhängig von der Zeit und der Anzahl der Laserimpulse, somit also von der Art, der Schwierigkeit und dem Ausmaß der Behandlung. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen einen Kostenvoranschlag, der auf einer transparenten Preisgestaltung beruht. Vor jedem Eingriff findet ein Aufklärungsgespräch statt, in welchem der Behandler den Interessenten über die Risiken und Erfolgschancen der Behandlung aufklärt. Diese Einverständniserklärung wird dann vor Start einer gewünschten Behandlung vom Kunden quittiert.

9. Exkurs zur Haarphysiologie
Täglich produzieren wir mit unseren rund 100.000 Kopfhaaren ca. 30 Meter Haar, in einem Monat einen Kilometer! Länge und Dicke des Haares werden durch die Dauer der Wachstumsphase bestimmt, die ihrerseits hormonell gesteuert wird und von der Zufuhr der notwendigen Aufbau und Nährstoffen abhängig ist. Normalerweise wächst jedes Kopfhaar kontinuierlich während zwei bis sechs Jahren (Wachstumsphase), wird dann für zwei bis vier Monate in seinem Wachstum unterbrochen (Ruhephase) und fällt schließlich aus. Im gleichen Haarfollikel beginnt ein neues, gesundes Haar zu wachsen, und der ganze Zyklus wiederholt sich. Da sich die Haare zu einem bestimmten Zeitpunkt jeweils in unterschiedlichen Phasen dieses Zyklus befinden, ist es normal, jeden Tag Haare zu verlieren. Das Haarwachstum des Menschen ist ein Vorgang mit drei Phasen, der sich regelmäßig wiederholt:

1. Anagen (Wachstum) 2-6 Jahre 80-90%:
In dieser Zeit wächst das Haar ca. 0,5 bis 1 m (Wachstum ca. 0,35 mm/Tag). Schnelleres Wachstum bei Männern und zwischen 15. und 30. Lebensjahr. Das Haarwachstum erfolgt asynchron und zyklisch und unterliegt tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Es wird bestimmt und beschleunigt durch eine hohe Teilungsaktivität der Zellen in der Haarzwiebel. Je länger diese Wachstumsphase dauert, desto länger wird das Haar. Der Großteil der Kopfhaare (80-90%) befindet sich in der Wachstumsphase. In dieser Phase ist das Haar für Einflüsse zugänglich, die schädigend oder aufbauend sein können.
2. Katagen (Übergang) 2 Wochen 1-3%:
Nachdem das Haar über Jahre seine maximale Länge erreicht hat, wird die Zellteilung in einer 2-wöchigen Übergangsphase beendet. Der Haarfollikel schrumpft und rückt zur Hautoberfläche hin.
3. Telogen (Ruhephase) 2-4 Monate 10-20%:
Annährend 2-4 Monaten bleibt das ausgewachsene Haar noch in der Kopfhaut, es wird aber durch ein neu nachwachsendes Haar ausgestoßen und fällt schließlich aus. Bei diesem natürlichen Haarwechsel verlieren wir täglich ca. 50-100 Haare.

Die durchschnittliche Anzahl von Haarfollikeln in der Kopfhaut liegt bei ca. 100000. Zu einem beliebigen Zeitpunkt befinden sich 90 bis 95% dieser Haarfollikel in der Wachstumsphase. Normalerweise beträgt der durchschnittliche tägliche Haarausfall bis zu 100 Haare. In den anderen Körperregionen gibt es von der Kopfbehaarung abweichende Wachstumsphasen.

Steckbrief Kopfhaare
Anzahl Kopfhaare (Normalbestand): 100.000
Haardichte: 200/cm2
Haardurchmesser: 0,1 mm
monatliches Haarwachstum: 1 cm
gesamte tägliche Haarproduktion: 30 m
Haar-Lebensdauer: 2-6 Jahre
Täglich ausfallende Haare: ca. 50-100

Bei warmem Wetter wächst das Haar schneller, im Alter langsamer. Für den Aufbau der Haarsubstanz Keratin brauchen Haare nicht nur Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Eiweiße bzw. Aminosäuren (Cystin).